Das Scoring der Banken

Wird von der Bank geprüft, ob ein Kredit vergeben werden kann, wird ein Scoring durchgeführt. Mit ihm wird ermittelt, ob der Kunde über eine ausreichende Bonität für die jeweilige Kreditvergabe verfügt.
Beim Scoring wird jeder Kunde in einer Scala von eins bis sechs eingestuft. Kunden mit einem Score-Wert von eins verfügen über eine erstklassige Bonität, das Risiko der Banken bei Kreditvergaben ist entsprechend gering. Je höher der Score-Wert ermittelt wird, desto negativer wird jedoch die Bonität gesehen und desto risikoreicher ist eine Kreditvergabe für die Banken. Ab einem Score-Wert von vier werden in der Regel keine Kredite mehr vergeben. Sollten bereits Kreditvergaben erfolgt sein und sollte sich das Scoring weiter verschlechtern, kann dies auch zu einer Kreditkündigung führen.
Grundlagen des Scorings sind dabei verschiedene Faktoren, die je nach Kreditinstitut unterschiedlich gewichtet werden. Da jede Bank eigene Scoring-Berechnungen eingeführt hat, können sich diese von Bank zu Bank auch erheblich unterscheiden. In vielen Fällen nehmen aber das Einkommen, eventuelles Vermögen und vorhandene Verbindlichkeiten sowie die Dauer der Beschäftigung bei Arbeitnehmern Einfluss auf das Scoring. Auch der Familienstand, das Alter sowie die Daten der Schufa dienen als Grundlage für die Berechnung.
Neben der Feststellung, ob der Kredit grundsätzlich vergeben werden kann, ist das Scoring aber auch für die Ermittlung der Kreditzinsen wichtig. Bereits seit 2007, seit der Einführung der neuen Eigenkapitalrichtlinien der Banken, werden die Zinsen anhand dieser Daten ermittelt. Je besser das Scoring ausfällt, desto weniger Rückstellungen müssen die Banken für diesen Kredit bilden, denn das Risiko des Zahlungsausfalls ist begrenzt. Somit müssen Kunden mit einem Score-Wert einen weitaus niedrigeren Zinssatz bezahlen als Menschen mit einem höheren Score- Wert, die in vielen Fällen mit Zinsaufschlägen rechnen müssen.